Montag, 29. Dezember 2014
Das Unerklärliche
Kennen Sie die Zeitschrift "Praline"? Nein, nicht das Porno-Blatt! Die "Praline" war in den 1950er Jahren eine nicht ganz so dumme Frauenzeitschrift im Taschenbuchformat. in der auch kulturelle Themen Platz hatten. So erschien in der Nr. 10 (1954) ein Artikel mit der Überschrift "Das Wunder von Bayreuth (S. 7 - 13, also als Aufmacher - der Verfasser wird nicht genannt). Eine ganz passable Darstellung mit vielen Photos. Hier ein Zitat (S. 11 f.): "Es ist etwas Besonderes und Unerklärliches an Bayreuth, etwas, das religiösen Ursprungs sein kann oder auch nicht, das aber einem religiösen Kult vergleichbar ist. Niemand, der jemals in Bayreuth gewesen ist, hat sich dem entziehen können. Aber er konnte es ebensowenig erklären wie der große Gerhart Hauptmann, der die berühmten Worte sprach: Wer diese Kunst verstehen will, muß sie als das Große, Ewigfremde willkommen heißen."
Donnerstag, 25. September 2014
Selbstmord wegen Wagner
So
mancher Jude, der Wagners Musik liebte, war sicher gekränkt, erbost, nachdem
Richard Wagner seine antisemitischen Schriften veröffentlicht hatte. Hat sich
einer auch deswegen umgebracht? Wohl kaum. Doch, es gibt zumindest einen in der
Literatur. In Franz Werfel Erzählung Eine blassblaue Frauenschrift (1941) lesen wir: „Die Zeiten lagen fern, in welchen
man den Frack eines unglücklichen Kollegen erben durfte, der sich aus keinem
triftigeren Grunde erschossen hatte, als weil er des vergötterten Richard
Wagner Verdammungsurteil gegen den eigenen Stamm nicht zu ertragen vermochte.“*
Leonidas, der Held dieser Erzählung, ein österreichischer Kulturbeamter (die
Erzählung spielt im Jahr 1936) hat als junger Student diesen Frack von seinem
Studienkollegen geerbt. Der Frack steht ihm ausgezeichnet. Durch ihn hat er
Erfolg in der Gesellschaft und kann eine reiche Frau heiraten, obwohl er im
Grunde ein feiger Mitläufer ist. So haben dieser Frack und Wagners Antisemitismus
(in dieser Erzählung) einen Sinn.
(*Zit
nach F. Werfel, Eine blassblaue Frauenschrift. Ffm. S. Fischer Verlag. 1983. S. 35f.)
Montag, 25. August 2014
Zum Davonlaufen
Der irische Schriftsteller William Butler Yeats (1865 - 1939) erzählt in einem seiner autobiographischen Texte von einem Kreis begeisterter Iren mit sehr eigenwilligen Personen. Mit dabei ist ein alter Handlungsreisender: "Ich glaube, die Feueranbeter in 'Lalla Rookh' gefielen ihm besser als Homer; oder er verteidigte die Musik von 'Melodien', indem er Wagner schmähte, der damals am Gipfel seines Ruhmes stand. 'Ich würde zehn Meilen weit durch einen Sumpf vor ihm davonlaufen!' rief er aus.
(Lalla Rookh: ein Versepos von Thomas Moore (1779-1834), er schrieb auch die Irischen Melodien.)
Zit. nach W. B. Yeats: Autobiographien. Leipzig. Insel. 1984. S. 189.
(Lalla Rookh: ein Versepos von Thomas Moore (1779-1834), er schrieb auch die Irischen Melodien.)
Zit. nach W. B. Yeats: Autobiographien. Leipzig. Insel. 1984. S. 189.
Freitag, 8. August 2014
Kitsch oder Kunst
Kitsch
oder Kunst?
Wer
ein wenig die Stimmung in Neubayreuth in den 50er Jahren erleben möchte, der
lese den Roman Die goldene Stimme
(1958) von Erich Ebermayer (1900 – 1970). So war das: „Eben kam die Begum über
den Platz. Die große Frau war noch immer schön wie ein Denkmal. Ihre Haltung,
ihre Gesten waren vollendet. Sie war begleitet von der Wagner-Enkelin
Friedelind, die einst mit Maestro Toscanini Hitler-Deutschland im Groll auf die
Mutter verlassen hatte. Das alles war längst vorbei und vergessen. Die Abtrünnige
war wieder in Wahnfried aufgenommen.“ (S. 12. Nach der Heyne-Taschenbuchaugabe
1963). Oder auf der Stufe der Bediensteten: „’Komischer Heiliger!’ sagte der
Wärter mit der Spritze. ‚Wird einer vom Wagner-Theater sein! Die san’ alle
narrisch’, meinte die schrubbende Frau.“ Es geht in diesem Roman um den
fiktiven Sänger Ralf Kersten, der
als Tannhäuser in Bayreuth seine große Karriere beginnt, und um seine große
Liebe. Und da wird das doch sehr kitschig: „Ihre glühenden Kohleaugen blitzten
ihn an.“ (S. 41) Oder: „Sie trug ein schwarzglänzendes, mit Perlen besticktes
Abendkleid, das er nicht an ihr kannte. Ihr Make-up war raffiniert. Noch nie
hatte er sie so vollendet schön, so jung, so geladen mit Vitalität und Sex
gesehen.“ (S. 65) Am Ende wird die Sopran-Diva, die Gattin des Stardirigenten, von der eifersüchtigen Ehefrau eines russischen Baritons erschossen. Dazwischen immer wieder die Gestalten von Neu-Bayreuth: Winifred, Wolfgang und Wieland Wagner, die Begum, König Faruk...
Aber ist Kitsch nicht auch eine Kunst? Die Handlung des (angeblich?) nach diesem Roman gedrehten Films "Schlussakkord" ( 1960, mit Mario di Monaco) wurde ganz nach Salzburg verlegt. Schade!
Aber ist Kitsch nicht auch eine Kunst? Die Handlung des (angeblich?) nach diesem Roman gedrehten Films "Schlussakkord" ( 1960, mit Mario di Monaco) wurde ganz nach Salzburg verlegt. Schade!
Montag, 21. Juli 2014
Isoldes Bauchtanz in der Pariser Oper
Ein Kapitel aus dem Buch "Hat er umsunst gelebt? Oskar Panizza. Leben und Werk" von Joachim Schultz. Bayreuth 2013 (= Hefte für Angewandte Literaturwissenschaft Nr. 24):
Panizzas Lage wird immer prekärer. Er klagt über
Halluzinationen. Das Geld wird knapp. Aber er hält sich wacker. Er geht sogar
in die Pariser Oper, um sich eine Inszenierung von Tristan und Isolde anzuschauen. Darüber veröffentlicht er unter dem
Pseudonym Hans Dettmar einen langen Artikel in seinen Zürcher
Diskuszionen (Nr. 25 – 26. 1900 = 1 Heft).
Dass dies keine normale Theaterkritik ist, verraten schon die ersten Zeilen:
„Ich hoke oben auf meiner troisième Galerie – denn zu einer stalle d’orchestre
für 25 francs hatte ich keine Geld – auch keine Lust – und sehe hinunter in den
kahlen Raum, der sich demnächst mit Damast-Taljen, kahlen Schädeln,
ausgeschnittenen Kleidern und strozenden Brüsten füllen soll. [...] Und Richard
Wagner wird jetzt in einer Stunde diesen Raum mit seinem Geist ausfüllen“.
Wieder diese eigenwillige Orthographie. Wagner ist für ihn das ‚teutonische
Schenie“. (S. 143: Die Seitenangaben beziehen sich auf einen Neudruck des
Textes in Ein Himmel
voller Geigen. Die schönsten Musikgeschichten.
Hg. von Hermann Neudorfer. Fischer Tb. Ffm. 2009. S. 143 - 161) Der Text wird
zu einer kolossalen Collage. Einerseits wieder Beschimpfungen! Das Publikum
wird beschimpft: „Was die Menschen hier für dumme Gesichter machen!“ (S. 160)
Der Dirigent wird beschimpft: „Monsieur Lamoureux, Sie müssen das langsamer
nehmen! – bitte sehr: so stirbt kein Mensch!“ (S. 148) Die Dirigenten in
Deutschland (Levi und Bülow) können das viel besser. Lamoureux dagegen: „Sie sind
überhaupt zu fett, um so eine Oper zu dirigieren! – doch, doch, ich weis Das!
[...] Sie haben auch viel Verdienst für Paris, gewiß, Sie haben eine gute Seele
– aber ihre Seele ist zu fett, zu fett, um Wagner zu dirigieren“. Panizza muss
also diesen Tristan gesehen, den Charles Lamoureux kurz vor seinem Tod am 21.
Dezember 1899 dirigiert hat. Und außerdem baut Panizza alles ein, was er über
Wagner, über diese Oper und ihre Entstehungsgeschichte weiß. Da ist vor allem
eine Liebesgeschichte: „Tristan und Isolde, das sind ja nur Fantasmagorien, nur
Spiegelbilder, Tristan, das ist ja Richard Wagner, und Isolde, das ist ja Frau
Wesendonck in Zürich, in deren Haus der Flüchtling gewohnt und die er verführt
hat, und wegen der er vom Manne und von ganz Deutschland Schuft und
Schweinehund gescholten wurde“. (S. 146) Dazwischen Bemerkungen zum Geschehen
auf der Bühne, das sich von dem in Deutschland unterscheidet. Die Sängerin der
Isolde spielt offensichtlich mit vollem Körpereinsatz: „Ein Schrei!... Oh mein
Gott, Madame! In Deutschland dürften Sie das nicht tun [...], die Polizei käme
Ihnen auf den Hals – Die Theater-Polizei käme Ihnen auf den Hals – Sie arbeiten
mit dem Leib, Sie treiben den Leib heraus, dieses konvulsivische Herausstürzen,
diese brüllende Aufforderung, - das ist ja die reinste danse du ventre! – so
ist es gewiß nicht gewesen – keuscher war Frau Wesendonck gewiß angezogen – ja,
wenn Sie auch vergiftet sind! – das Gift wirkt doch lediglich auf die
Muskulatur des Unterleibs! – Sie müssen auf diese Weise die Fantasie des
hölzernen Tristan zerrütten – er muß auf diese Weise zu Fall kommen.“ (S. 154)
Dies ist auch eine kleine Erinnerung an sein eigenes Schicksal: ihm kam die
Polizei auf den Hals... Dann ein Vergleich zwischen Goethe und Wagner. Goethes Werther war ja ganz in Ordnung, aber der Faust, „dieser Mensch mit seinem bequemen Gehirn-Bordell“
(S. 158). Wagner dagegen: „Etwas, welches die dünnen Wände, die uns vom Ewigen,
vom Aussermenschlichen trennen, so deutlich empfinden, so hörbar abklopfen läst
– bis nicht der Prozeß des Sich-Selbst-Aufgebens, des
Die-eigne-Seele-wie-einen-Waschlappen-Hinwerfens vollendet ist, und der
Betreffende dann sozusagen nur noch ausermenschlich, nur noch für die Ewigkeit
schaft ... dann schreibt man ‚Tristan’“. (S. 158) Im Grunde hat das Pariser
Publikum so eine Oper nicht verdient, das ganze bürgerliche Europa hat das
nicht verdient. Panizza schließt mit einem Aufruf zur Revolution: „Oh, Richard
Wagner! – Heiliger Richard Wagner! – erstehe aus Deinem Grabe – ergreife den
Taktstok – und morgen begint die Revoluzjon! (S. 161)
Dienstag, 15. Juli 2014
Namensgebung
Im Theaterstück "Das Haus in Montevideo"(1951) von Curt Goetz (1888 - 1960) heißen die Kinder des Professors Traugott Hermann Nägler nach Wagner'schen Helden: Fafner, Fricka, Lohengrin, Parsifal, Wotan... Kommt so was in der Literatur noch öfter vor? Außerdem wäre es interessant zu untersuchen, welche (prominente) Menschen ihren Kindern diese Namen gegeben haben. Spontan fällt mir da Siegfried Unseld ein...
Sonntag, 6. Juli 2014
Der schwarze Alberich
Ein Literaturpuzzle wird zum
Meisterwerk
Falls im nächsten Jahrhundert
noch Literaturgeschichte geschrieben werden sollte, könnte unsere Zeit, das
letzte Viertel des 20. Jahrhunderts, als das Zeitalter der Puzzle-Romane
Erwähnung finden. Man nehme Ideen, Ausschnitte, Konzepte aus Wagners Ring
des Nibelungen, aus Eugène Sues Roman
Die Geheimnisse von Paris, aus den Abenteuern des Sherlock Holmes, aus der
Legende vom Golem oder aus dem
gleichnamigen Roman von Gustav Meyerink und noch aus einigen anderen literarischen
Werken des 19. und 20. Jahrhunderts und setze daraus ein neues Werk zusammen.
Nach diesem Rezept, mit anderen literarischen Bruchstücken, sind viele Romane
der letzten Jahre geschrieben worden. Von postmodernen Romanen sprechen die
Literaturwissenschaftler. Nicht immer kommt ein lesenswertes Werk dabei heraus,
doch bei Marc Petits Roman Der Riesenzwerg ist ein kleines Meisterwerk entstanden.
Petit hat die oben genannten
Bruchstücke und anderes Material verwendet, doch er hat daraus mehr gemacht:
bei ihm ist die Summe der Einzelteile zu einem selbständigen, und nicht zuletzt
sehr spannenden Roman geworden. Um was geht es? Am 23. Oktober 1872 wird in
Paris der Spielzeugmacher Albéric Lenoir (Ist das nicht der schwarze
Alberich???) in seiner Werkstatt ermordet. Sein Sohn Benjamin will den Fall
klären, und er befindet sich mit einem Mal in einem Gespinst von Rivalität,
Genialität und Kriminalität. Sein Vater war dem Riesenzwerg auf der Spur.
Niemand weiß zwar, was damit gemeint ist (ein Schachautomat oder ein Roboter
oder etwas ganz anderes), doch dem jungen Sherlock Benjamin Holmes wird nach
und nach klar, daß auch andere hinter dem Geheimnis des Riesenzwergs her sind.
Ein falscher Polizist namens Juvert, der zumindest vom Namen her an den
Inspektor Juve aus den Fantômas-Romanen erinnert; ein Industriebaron namens
Hippolyte Dubuc, dem Richard Wagner persönlich zwei scharfe Dobermänner zum
Geschenk gemacht hat; und wohl eine ganze Geheimgesellschaft, die den jungen
Wilhelm Meister, pardon: den jungen Benjamin Lenoir auf allen seinen Wegen
beschattet. Die Geschichte führt den Leser von Paris nach Wien und Posen, und
sie endet im Goldmachergäßchen in Prag, wo...
Mehr soll hier nicht verraten
werden, außer noch ein paar Einzelheiten: der Baron endet in einem seiner
Hochöfen, wie sie auch Patrice Chéreau bei seiner RING-Inszenierung auf die
Bayreuther Bühne gebracht hat; die Mutter des Helden nimmt Gift, doch sie hütet
sich vor Arsen, denn sie möchte nicht so grauenhaft wie Emma Bovary sterben;
der Wiener Konservator Matzenbecker, der aus dem Reich Tarockanien eines
Herzmanovsky-Orlando entsprungen sein könnte, wird mit einem Eisblock
erschlagen, auf dem natürlich keine Fingerabdrücke bleiben. Marc Petit spielt
mit den Elementen der Hoch- und Trivialliteratur, doch es gelingt ihm zugleich,
dem Roman einen tieferen Sinn zu geben. Es ist die ewige Suche des jugendlichen
Helden, des tumben Toren, die man geradlinig und simpel heute nicht mehr
erzählen könnte, die aber so, wie Petit sie erzählt, den Leser wieder fesseln
kann.
Marc Petit: Der Riesenzwerg.
Roman. Aus dem Französischen von Rolf und Hedda Soellner. 360 Seiten. Hanser
Verlag München. 1994.
Samstag, 5. Juli 2014
Musikautomaten am Hintern
„Carl
Einstein fordert, während er hermetische Texte publiziert, das Ende einer
autonomen Kunst – die er wiederum noch 1932 [...] selber initiiert hat.“ So
schrieb Fritz J. Raddatz über diesen ‚Propheten der Avantgarde’. (DIE ZEIT. 11.
12. 1992. S. 58) Ist von Carl Einstein (1885 – 1940) Positives über Richard
Wagner zu erwarten? In einem Text über das Theater aus seinem Nachlass findet
man einen bemerkenswerten Satz: „zwei ereignisse beschleunigten die heraufkunft
des modernen theaters. Die person Richard Wagner – die neue stilbewegung.
Wagners wesentliche leistung für das theater besteht wohl darin – dass er die
Einheit des Kunstwerks auch seiner Person zu beweisen vermochte und als
verbindung der verschiedenen Mittel, die ein Drama ausmachen, die Musik erkannte;
das musikalische in das allgemein r<h>yt<h>mische umzudeuten lag
nach dieser bestimmung nicht fern.“ Die Einheit des Kunstwerks sich selbst
beweisen – das kann doch nur spöttisch gemeint sein. Um dies zu belegen, könnte
man einen weiteren Satz aus dem Nachlass (aus einem Prosatext mit dem Titel
„Leda“) anführen. Hier geht es um eine Herzogin, die eine Art ‚Jardin des
malices’ unterhält, mit seltsamen Gestalten: „Durch den kunstvollen <...>
der Herzogin des malices douces huschten viele Fackeln geschwungen von den
merkwürdigen Geschöpfen der Herzogin. Kleine verkrüppelte <Männchen> - an
deren Hintern kleine Automaten befestigt waren die nach Einwurf eines
Geldstücks Isoldes Liebestod spielten und liebliche Genüsse bereiteten [...].“
Einem wahren Wagnerianer würde so etwas nie einfallen...
Zitate
aus: Carl Einstein, Werke Band 4. Texte aus dem Nachlass I. Hg. von Hermann
Haarmann und Klaus Siebenhaar. Berlin. Verlag Fannei & Walz. 1992. S. 99,
66.
Freitag, 4. Juli 2014
Mordgelüste
W. S. Maugham (1874 - 1965) berichtet in seiner Erzählung "Winter Cruise" von einem deutschen Kapitän, der gerne Wagner-Lieder singt, doch mit eigenen, der jeweiligen Situation angepassten Texten. Über eine Passagierin, die er hasst wie die Pest, klingt das so:
"He had a funny way oft strutting up an down his short legs singing Wagner tunes to words of his own invention. It was Tannhäuser he was singing now (that loveley thing about the evening star) but knowing no German Miss Reid could only wonder what absurd words he was putting to it. It was as well. 'Oh, what a bore that woman is, I shal certainly kill her if she goes on much longer.' Then he broke into Siegfried's martial strain. 'She's a bore, she's a bore, she's a bore. I shall throw her into the sea.'"
Zit nach W. S. Maugham, The Complete Short Stories. Volume III. London 1973. S. 1347.
"He had a funny way oft strutting up an down his short legs singing Wagner tunes to words of his own invention. It was Tannhäuser he was singing now (that loveley thing about the evening star) but knowing no German Miss Reid could only wonder what absurd words he was putting to it. It was as well. 'Oh, what a bore that woman is, I shal certainly kill her if she goes on much longer.' Then he broke into Siegfried's martial strain. 'She's a bore, she's a bore, she's a bore. I shall throw her into the sea.'"
Zit nach W. S. Maugham, The Complete Short Stories. Volume III. London 1973. S. 1347.
Pilgerchor im Vollrausch
Paul Bowles (1910 - 1999) erzählt in seinen Erinnerungen von einem marokkanischen Klavierstimmer, der aber nur behauptet einer zu sein. Statt, wie von ihm verlangt, das Klavier zu stimmen, trinkt er eine Flasche Cognac und schläft ein. "Wir weckten ihn auf; es schien ihm peinlich zu sein, doch er schlug munter ein paar Arpeggios an und stürzte sich in den 'Pilgerchor' aus Tannhäuser. So weit das überhaupt möglich war, klang das Klavier noch verstimmter als vorher."
Zit. nach P. Bowles, "Rastlos. Erinnerungen eines Nomaden". Deutsch von Pociao. München. Goldmann TB. 1993. S. 140.
Zit. nach P. Bowles, "Rastlos. Erinnerungen eines Nomaden". Deutsch von Pociao. München. Goldmann TB. 1993. S. 140.
Lesbisches Paar
Für W. H. Auden (1907 - 1983) waren Tristan und Isolde ein lesbisches Paar, "weil ein Mann, der eine Frau liebt, nicht in jenen Zustand der Verzückung geraten kann - er würde 'an etwas anderes denken'."
Zit. nach Edmund Wilson, "Briefe über Literatur und Politik. 1912 bis 1972". Ffm. 1985. Ullstein Materialien. S. 291
Zit. nach Edmund Wilson, "Briefe über Literatur und Politik. 1912 bis 1972". Ffm. 1985. Ullstein Materialien. S. 291
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