Dienstag, 28. März 2017

Erregung

Der Mensch ist ein Irrläufer der Evolution. Dieser Meinung ist jedenfalls Arthur Koestler (1905 - 1983), der darüber ein dickes Buch geschrieben hat. Wagner kommt auch drin vor. Nein, nicht weil er ein ganz besonderer Irrläufer ist. Bei Koestler geht es in diesem Kapitel um die „Entdeckung der Kunst“ und Emotionen. Wenn wir eine Oper von Wagner hören, schreibt er, befinden wir uns im ‚emotionalen Stadium’; „gelöste, kathartische Gefühle scheinen dabei auf paradoxe Weise mit euphorischer Erregung verbunden zu sein.“ Einfach mal ausprobieren...

(vgl: Arthur Koestler: Der Mensch – Irrläufer der Evolution. Eine Anatomie der menschlichen Vernunft und Unvernunft. Bern, München. Scherz Verlag. 1978. S. 167)

Mittwoch, 22. März 2017

Nur Melodramen


Claire Goll berichtet in ihren Memoiren Ich verzeihe keinem zuerst von ihrem Elternhaus. Ihre Mutter war ganz der Kultur zugetan. „Sie erachtete ihren Mann, der sich als Geschäftemacher mit Zinn und Hopfen die Hände besudelte.“ Er war von der Kultur ausgeschlossen und gab zu, „man könne in seinem Beisein weder Wagner hören noch einer Militärparade zuschauen.“ In der Oper sei er einmal eingeschlafen. In einer Wagneroper? Das wird nicht präzisiert. Claire bekam später einen persönlichen Musiklehrer, welcher behauptete, Wagner habe nur Melodramen geschrieben, aber keine Musik. Claire bekam dann noch eine eigene Gesangslehrerin, „die selbst noch unter Wagners Leitung gesungen habe“. Gemeinsam sangen sie Lieder von Schubert, Schumann, Brahms und Hugo Wolf. Wagner wird hier nicht genannt. Auch ansonsten wird Wagner in diesem Buch nicht mehr erwähnt...

(vgl. Claire Goll: Ich verzeihe keinem. Berlin. Rütten & Loening. 1987. S. 14, 19f.)

Sonntag, 5. März 2017

Fit mit Wagner

Im Roman Petersburg von Andrej Belyj (1880 - 1934) begegnen wir Sofja Petrowna, die allzu gerne in Bayreuth als Walküre auftreten möchte. Dafür hält sie sich fit und macht Gymnastik zu den Klängen von ‚Siegfrieds Tod’. Im Roman wird auch der Fliegende Holländer heraufbeschworen, wie er auf Petersburg zu segelt. Hier könnte aber auch die Sage und nicht Wagners Oper gemeint sein.