Sonntag, 26. November 2017

Tragisch-orgiastisch

Die Franzosen lieben Wagner. Nicht alle, aber doch viele. Klaus Harpprecht übertreibt aber ein wenig, wenn er schreibt, die Franzosen ‚gäben sich hypnotisiert dem Klangzauber Richard Wagners hin’. Und er setzt noch einen drauf: „Ja, die verwegensten ihrer Geister sahen in den deutsch-französischen Dramen die tragisch-orgiastischen Schatten von Tristan und Isolde.“ Tragisch-orgiastisch: Wie soll man sich das vorstellen?

(Vgl. Klaus Harpprecht: Mein Frankreich. Eine schwierige Liebe. Reinbek. Rowohlt. 1999. S. 31)

Mittwoch, 1. November 2017

Tannhäuser trank Riesling

Noch eine Forschungslücke: Welche Rolle spielt Richard Wagner in Kochbüchern? Ich meine nicht Bücher wie "Der Hügel kocht" oder das Buch "Zu Gast bei Wagner" von Daphne Wagner und Tilman Spengler, sondern ganz 'normale Kochbücher'. Wie etwa "Mit einem Schuss Wein". Hier lesen wir: "Riesling ist der wahre 'Göttertrank'. Zumindest stelle ich mir vor, dass es nichts anderes als Riesling sein kann, was Tannhäuser in Wagners Oper von Venus' Lippen schlürft. Das wäre eine Erklärung dafür, dass er seine wunderschöne, ihm ergebene Elisabeth verlässt, mit mit einer Göttin in einer Höhle zu leben. Tannhäuser ist weder der erste noch der einzige, der den Rausch offener Sinnlichkeit der kühlen Vollkommenheit und Reinheit vorzieht." Hinzugefügt wird noch, dass ein Schwanken zwischen den Extremen "etwas grundlegend Germanisches zu sein scheint". Sind wir nicht alle Germanen?
(zit. nach: Cornelius und Fabian Lange, Mit einem Schuss Wein. Hallwag Verlag. Bern & Stuttgart. 1998, S. 14)