Für Ludwig Marcuse (1894 –
1971) war Wagner ein „Künstler, der den Weg zum Glück mit Hilfe des Schönen
Scheins wirklich zu Ende schritt“. Bayreuth war für ihn eine Oase des Glücks,
wo eine ‚glückliche Gesellschaft’, den Alltag vergessen sollte. Mit Poesie
sollte die Realität in Zeit und Raum verdrängt werden. Doch letztlich, so
Marcuse, ist das nicht gelungen. „Bismarcks Reich war stärker als Wagners ‚Gesamtkunstwerk’.
Ja, Wagners lautes, buntes, geistreiche Gespinst war zum guten Teil nur ein
farbiger Abglanz des Reichs.“ Einige Regisseure, kann man heute sagen, haben
versucht, genau diesen Aspekt in ihrer Inszenierung des Rings zum Ausdruck zu
bringen.
(vgl: Ludwig Marcuse:
Philosophie des Glücks. Von Hiob bis Freud. Zürich. Diogenes. 1972. S. 249 –
251. Vgl. auch Marcuses Buch Das
denkwürdige Leben des Richard Wagner. 1963)