Der Chirurg Carl Ludwig
Schleich (1859 – 1922) berichtet in seinen Erinnerungen über die Zeit, als er
bei Virchow in der Pathologie arbeitete. Damals kamen auch Ärzte aus China und
Japan, um bei Virchow zu lernen. Als Schleich mal mit ihnen allein im
Mikroskopiersaal war, sang er ihnen ‚mit seiner nicht üblen Tenorstimme’ Stellen
aus dem Tristan, dem Lohengrin und den Meistersingern vor. Da kam Virchow zurück und schimpfte, das sei
doch kein Raum für Bühnenreminiszenzen. Er solle das lieber künftig auf der
Kegelbahn machen. Ob Schleich sich daran gehalten hat, ist nicht bekannt...
(vgl. Carl Ludwig
Schleich: Besonnte Vergangenheit. Berlin. Rowohlt. 1920. S. 197)