Sonntag, 26. Februar 2017

Wagner in der Pathologie


Der Chirurg Carl Ludwig Schleich (1859 – 1922) berichtet in seinen Erinnerungen über die Zeit, als er bei Virchow in der Pathologie arbeitete. Damals kamen auch Ärzte aus China und Japan, um bei Virchow zu lernen. Als Schleich mal mit ihnen allein im Mikroskopiersaal war, sang er ihnen ‚mit seiner nicht üblen Tenorstimme’ Stellen aus dem Tristan, dem Lohengrin und den Meistersingern vor. Da kam Virchow zurück und schimpfte, das sei doch kein Raum für Bühnenreminiszenzen. Er solle das lieber künftig auf der Kegelbahn machen. Ob Schleich sich daran gehalten hat, ist nicht bekannt...

(vgl. Carl Ludwig Schleich: Besonnte Vergangenheit. Berlin. Rowohlt. 1920. S. 197)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen