Montag, 30. Januar 2017

They can't get no satisfaction

Immer wieder stößt man auf Wagner-Gedichte. Hier ein englisches von Maurice Baring (1874 – 1945), aus seiner Sammlung Poems 1914 – 1919:

WAGNER

O strange awakening to a world of gloom,
And baffled moonbeams and delirious stars,
Of souls that moan behind forbidden bars,
And waving forests swept by wings of doom;

Of heroes falling in unhappy fight,
And winged messengers from eyries dim;
And mountains ringed with flame, and shapes that swim
In the deep river’s green translucent night.

O restless soul, for ever seeking bliss,
Thirsty for ever and unsatisfied,
Whether the woodland starts to the echoing horn,

Or dying Tristram moans by shores forlorn,
Or Siegfried rides through fire to wake his bride,
And shakes the whirling planets with a kiss.

Dienstag, 24. Januar 2017

Wagner oder Puppchen

Hans Reimann schrieb in seinem Roman Komponist wider Willen, bzw. er lässt darin den Operettenkomponisten Jean Gilbert sagen, es sei ‚unendlich leichter eine ausgewachsene Wagneriade zu schreiben als ein Lied wie Puppchen’. Erich Kästner findet das „etwas übertrieben“, aber eben nur „etwas“...

(vgl. Erich Kästner: „Komödien, die nicht komisch sind“. (7. November 1928), in: E. Kästner: Gemischte Gefühle. Literarische Publistik 1923 – 1933. Berlin. Aufbau Verlag. 1989. Band 2. S. 143)

Montag, 9. Januar 2017

Ein Meister aus Deutschland


Mit Gedenktafeln ist das so eine Sache. Für Wagner gibt jede Menge, vermutlich mehr als für Goethe. An einem Haus in Bayreuth, wo sich das Café Ponte befindet, verkündet eine Tafel, dass hier Wagner nie gewohnt habe. Auch nicht schlecht... Von Rupprecht S. Ramsenthaler stammt die Tafel
„In diesem alten Schuppen
trieb Wagner es mit Puppen.
Er ließ sie aufmarschieren
und munter orchestrieren.“
Meines Wissens wurde sie aber nirgends angebracht...
Max Krell (1887 – 1962) berichtet in seinem Buch Das alles gab es einmal (1961) von einer Gedenktafel am Palazzo Vendramin, wo (wie man weiß) Wagner gestorben ist. Der italienische Text stamme von Gabriele d’Annunzio. Während der deutschen Besatzung habe ein deutscher Offizier die Tafel entfernen lassen. An den Meister müsse in deutscher Sprache gedacht werden. Nach dem Krieg haben diese Italiener die alte Tafel wieder anbringen lassen. Unerhört!
Vgl. M. Krell: Das alles gab es einmal. Rowohlt Taschenbuchausgabe. 1965. S. 210. / Rupprecht S. Ramsenthaler: Wagner kommt auch drin vor. Der rote Ramsenthaler Reader. Bayreuth. Edition Schultz & Stellmacher. 2011. S. 70.