Montag, 9. Januar 2017

Ein Meister aus Deutschland


Mit Gedenktafeln ist das so eine Sache. Für Wagner gibt jede Menge, vermutlich mehr als für Goethe. An einem Haus in Bayreuth, wo sich das Café Ponte befindet, verkündet eine Tafel, dass hier Wagner nie gewohnt habe. Auch nicht schlecht... Von Rupprecht S. Ramsenthaler stammt die Tafel
„In diesem alten Schuppen
trieb Wagner es mit Puppen.
Er ließ sie aufmarschieren
und munter orchestrieren.“
Meines Wissens wurde sie aber nirgends angebracht...
Max Krell (1887 – 1962) berichtet in seinem Buch Das alles gab es einmal (1961) von einer Gedenktafel am Palazzo Vendramin, wo (wie man weiß) Wagner gestorben ist. Der italienische Text stamme von Gabriele d’Annunzio. Während der deutschen Besatzung habe ein deutscher Offizier die Tafel entfernen lassen. An den Meister müsse in deutscher Sprache gedacht werden. Nach dem Krieg haben diese Italiener die alte Tafel wieder anbringen lassen. Unerhört!
Vgl. M. Krell: Das alles gab es einmal. Rowohlt Taschenbuchausgabe. 1965. S. 210. / Rupprecht S. Ramsenthaler: Wagner kommt auch drin vor. Der rote Ramsenthaler Reader. Bayreuth. Edition Schultz & Stellmacher. 2011. S. 70.

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