Mit Gedenktafeln ist das so eine
Sache. Für Wagner gibt jede Menge, vermutlich mehr als für Goethe. An einem
Haus in Bayreuth, wo sich das Café Ponte befindet, verkündet eine Tafel, dass
hier Wagner nie gewohnt habe. Auch nicht schlecht... Von Rupprecht S.
Ramsenthaler stammt die Tafel
„In diesem alten Schuppen
trieb Wagner es mit Puppen.
Er ließ sie aufmarschieren
und munter orchestrieren.“
Meines Wissens wurde sie aber
nirgends angebracht...
Max Krell (1887 – 1962) berichtet
in seinem Buch Das alles gab es einmal
(1961) von einer Gedenktafel am Palazzo Vendramin, wo (wie man weiß) Wagner
gestorben ist. Der italienische Text stamme von Gabriele d’Annunzio. Während
der deutschen Besatzung habe ein deutscher Offizier die Tafel entfernen lassen.
An den Meister müsse in deutscher Sprache gedacht werden. Nach dem Krieg haben
diese Italiener die alte Tafel wieder anbringen lassen. Unerhört!
Vgl. M. Krell: Das alles gab es
einmal. Rowohlt Taschenbuchausgabe. 1965. S. 210. / Rupprecht S. Ramsenthaler:
Wagner kommt auch drin vor. Der rote Ramsenthaler Reader. Bayreuth. Edition
Schultz & Stellmacher. 2011. S. 70.
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