Mittwoch, 22. März 2017

Nur Melodramen


Claire Goll berichtet in ihren Memoiren Ich verzeihe keinem zuerst von ihrem Elternhaus. Ihre Mutter war ganz der Kultur zugetan. „Sie erachtete ihren Mann, der sich als Geschäftemacher mit Zinn und Hopfen die Hände besudelte.“ Er war von der Kultur ausgeschlossen und gab zu, „man könne in seinem Beisein weder Wagner hören noch einer Militärparade zuschauen.“ In der Oper sei er einmal eingeschlafen. In einer Wagneroper? Das wird nicht präzisiert. Claire bekam später einen persönlichen Musiklehrer, welcher behauptete, Wagner habe nur Melodramen geschrieben, aber keine Musik. Claire bekam dann noch eine eigene Gesangslehrerin, „die selbst noch unter Wagners Leitung gesungen habe“. Gemeinsam sangen sie Lieder von Schubert, Schumann, Brahms und Hugo Wolf. Wagner wird hier nicht genannt. Auch ansonsten wird Wagner in diesem Buch nicht mehr erwähnt...

(vgl. Claire Goll: Ich verzeihe keinem. Berlin. Rütten & Loening. 1987. S. 14, 19f.)

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