Mittwoch, 7. September 2016

Wagner und die Nacht

Einige französische Autoren des 20. Jahrhunderts kamen aus gutbürgerlichen Verhältnissen, wo Wagner durchaus präsent war. Auch bei François Mauriac. In seinen Mémoires intérieurs erzählt er von seiner Mutter, einer Sängerin, die gerne das „Lied vom Abendstern“ im Familienkreis gesungen hat. Allerdings war Wagner für ihn keiner reiner Musiker mehr wie Mozart. Wagner war eben auch Theoretiker und Philosoph, was für Mauriac nicht positiv war. Im übrigen stand Wagner, wie alle Musik der Romantiker, für ihn in Verbindung mit der Nacht. Bei ihm herrsche die Finsternis, wenn auch nicht in allen Werken. ‚Aber in den Tristan ist das Schweigen der Nächte von Venedig, wo er komponiert wurde, eingegangen.’

(Vgl. F. Mauriac: Mémoires intérieurs. Paris 1959. S. 42f., 79)

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