Die Erzählung „Im Venusberg“ von Pierre Louÿs beginnt
folgendermaßen:
„Im Monate August 1891 kam ich,
nachdem ich in Bayreuth Tannhäuser, Tristan und Isolde, die
Meistersinger und zum neuntenmale den Parsifal gehört hatte, nach Marienthal bei der alten Stadt Eisenach, wo ich
vierzehn Tage verblieb.“
Nach
so viel Wagner ist der Blick getrübt, der Wahnsinn nicht fern. Da wird der
Zeselberg zum Venusberg und sieht aus wie eine ‚nackte
Frauenbrust’. „Die Abendröte gab ihm manchmal ein fleischfarbenes Ansehen.“ Und es endet
wie es enden muss: Der Erzähler landet in der Venusgrotte
und hört Stimmen...
Autobiographisch?
Pierre Louÿs (1870 – 1921. Sein
bekanntester Roman: Dieses obskure Objekt
der Begierde / La femme et le Pantin)
war im August 1891 tatsächlich in Bayreuth. Nachzulesen in Le Voyage artistique à Bayreuth von Albert Lavignac (verschiedene
Ausgaben), der im Anhang seines Buches alle französischen Bayreuthbesucher in
den ersten Jahren auflistet. Die Erzählung findet man im Gutenberg-Projekt: http://gutenberg.spiegel.de/buch/im-venusberg-und-andere-novellen-6547/1
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