Noch einer, der Wagner pfeift. Auf Wagner pfeift? Im ersten Kapitel der Erzählung Die Tennispieler von Lars Gustafsson (Überschrift: "Siegfrieds Rheinfahrt") begegnen wir einem Gastdozenten namens Lars Gustafsson, der in den USA, in Texas, über "Strindberg und die Geistesgeschichte des 19. Jahrhunderts" eine Vorlesung hält. In den frühen Morgenstunden fährt er mit dem Fahrrad zu einem Tennisplatz und pfeift dabei Passagen aus Siegfrieds Rheinfahrt aus der Götterdämmerung. Darüber lesen wir: "Es gibt wenig Stücke, die sich so schlecht zum Pfeifen eignen. Die besten Passagen aus Siegfrieds Rheinfahrt sind für Posaunen und besonders lange Tuben, die sogenannten Wagner-Tuben, geschrieben." Als weitere Unstimmigkeit wird notiert: Siegfried sei ein altnordischer Held, der auf einem "nebligen, düsteren Fluss zu seltsamen germanischen Abenteuern in zunehmender Dunkelheit unterwegs ist"; er aber fahre bei klarem Tageslicht nur zu einem Tennisplatz...
(vgl. Lars Gustafsson: Die Tennisspieler. Aus dem Schwedischen von Verena Reichel. München. Hanser. 1977. S. 8)
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