Rüdiger Safranski hat
in seinem Buch Romantik. Eine deutsche
Affäre (2007) Richard Wagner ein langes Kapitel gewidmet. Aber hätten die
Romantiker den Komponisten als einen Geistesgenossen gesehen? Was Ludwig Tieck
betrifft, hat Klaus Günzel Zweifel angemeldet. Er schreibt, Tieck habe die
Uraufführung des Rienzi noch
miterlebt. „Im spektakulären Pathos dieser Oper und im autoritären Anspruch
ihres gefeierten Schöpfers sah er (Tieck) alles das verkörpert und vom Publikum
akzeptiert, was ein bürgerliches Nationaltheater seiner Meinung nach gerade
nicht erstreben durfte: Verführung vom rauschhaften Affekt, Ausschaltung des
besonnenen Kunstverstandes, Manipulierung des Zuschauers durch Effekte, Raffinement
der künstlerischen Mittel, eine erschreckende Humorlosigkeit.“ Nun, Tieck galt
zwar als der „König der Romantik“, was aber nicht heißt, dass andere Romantiker
Wagner auch so gesehen hätten.
(Vgl. Klaus Günzel:
König der Romantik. Das Leben des Dichters Ludwig Tieck... Berlin. 1981. S.
406)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen